Ein ganzheitlicher Gesundheitsberuf für Menschen aller Altersstufen und Konstitutionen
Osteopathie dient zur Diagnose und Behandlung von funktionellen Störungen. Dies bedeutet, dass nicht die Erkrankung einzelner Körperstrukturen, sondern das Zusammenspiel verschiedener Strukturen und Systeme im Mittelpunkt steht.
Osteopathie bietet zeitgemässe Antworten auf die aktuellen Anforderungen des Gesundheitswesens, indem sie den Menschen ganzheitlich erfasst.
FAQ: Oft gestellte Fragen rund um die Osteopathie
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Die gründliche Befunderhebung ist für jede Behandlung fundamental. Jede Konsultation beginnt mit einem Patientengespräch und einer klinischen Untersuchung.
Wir erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan, der immer auch Übungen und Anleitung zu Selbst-Management beinhaltet.Wie verläuft die erste Konsultation?
Zu Beginn führen wir eine umfangreiche Befragung durch. Dies dient dazu, das Problem einzukreisen und Sie als Individuum bestmöglich zu erfassen. Falls Sie über medizinische Untersuchungen wie Röntgen, MRI, CT, Blutwerte, etc. verfügen, bringen Sie diese bitte zur ersten Konsultation mit.
Die anschliessende klinische Untersuchung orientiert sich an den Aufschlüssen der Befragung. Symptomatische Regionen werden genau untersucht. Die Ursache einer Funktionsstörung liegt aber oft von der Beschwerderegion entfernt. Deshalb bezieht die Grunduntersuchung stets den gesamten Körper mit ein.
Nachdem Sie über den Befund und die Behandlungsmöglichkeiten informiert worden sind, bleibt Zeit, um die Behandlung zu beginnen.
Wie viele Folgekonsultationen sind nötig?
Die Anzahl der erforderlichen Behandlungen ist individuell verschieden und variiert je nach Beschwerdebild. Allgemein lässt sich sagen, dass bei einer plötzlich aufgetretenen Beschwerde 1 bis 4 Behandlungen benötigt werden. Hält eine Beschwerde seit längerem an, ist es warscheinlich, dass mehr Behandlungen erforderlich sind. Vor jeder Folgebehandlung eruieren wir die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Massnahmen und nehmen allfällige Anpassungen vor.
Wie behandelt die Osteopathie?
Die osteopathische Behandlung erfolgt manuell.
Gelenkkomplexe, Organe, Nerven und Gefässe sowie das Bindegewebe (Faszien) werden auf ihre Beweglichkeit und Spannungsverhältnisse untersucht. Die verschiedenen Strukturen und Funktionen werden im Zusammenhang erfasst und behandelt.
Der Osteopath verfügt über ein breites Spektrum an Techniken und Griffen zur Wiederherstellung der Beweglichkeit des jeweiligen Gewebes. Für jede Art von Gewebe gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, die Auswahl der Technik hängt insbesondere von Ihnen als Patient oder Patientin ab und wird individuell auf Sie abgestimmt.
Welche Reaktionen sind während und nach der Behandlung zu erwarten?
Die osteopathischen Behandlungstechniken sind grundsätzlich nicht schmerzhaft. Die Reaktionen des Körpers sind jedoch von Mensch zu Mensch verschieden, und es ist wichtig, diese während der Behandlung zu respektieren. Eine gute Kommunikation ist daher notwendig.
Nach der Behandlung fühlt man sich generell besser. Oft gibt es jedoch Reaktionen wie Muskelkater, Müdigkeit oder auch eine vorübergehende Verschlechterung der Symptome. Im Falle solcher Nebenwirkungen wird die Dosierung, respektive die Intensität der Behandlung angepasst. Diese Reaktionen sind jedoch nicht komplett unerwünscht, da sie von einer Veränderung zeugen und oft den Heilungsprozess begleiten.
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Generell sind ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Ruhe die wichtigsten Maßnahmen für die Erhaltung ihrer Gesundheit im Alltag.
Nur in gewissen Situationen ist eine präventive Konsultation sinnvoll und angebracht. Dies ist beispielsweise bei Säuglingen nach einer schwierigen Geburt der Fall, nach Operationen oder einer Rehabilitation oder bei Personengruppen mit erhöhten Belastungen wie beispielsweise im Sport, im Tanz oder auch in der Musik.
Eine gesunde Funktion unterhält die Struktur. Liegt eine funktionelle Störung vor, verändert sich längerfristig auch die ihr zu Grunde liegende Struktur, entsprechend der Belastung, der sie ausgesetzt wird. Dies kann zu verschiedensten geweblichen Anpassungen und Erkrankungen führen.
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Grundlage der Osteopathie sind fundierte Kenntnisse der Anatomie, Biomechanik und Physiologie.
Der Mensch wird nicht bloss als Summe seiner Einzelteile, sondern als komplexe Einheit verstanden. Alle Systeme sind vernetzt und beeinflussen sich gegenseitig. Diese ganzheitliche Sicht auf den Menschen ist eine wichtige Ausgangslage der osteopathischen Medizin.
Woher stammt die Osteopathie?
Manuelle Behandlungsmethoden gehören zu den ältesten Formen der Medizin. Hippokrates erwähnt die manuelle Medizin bereits im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und auch im alten Ägypten scheinen bereits vergleichbare Techniken bekannt gewesen zu sein.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand der Begriff der Osteopathie in den Vereinigten Staaten auf der Grundlage der damaligen Schulmedizin. Die sogenannte viszerale Osteopathie (Behandlung der Innereien) findet ihren Ursprung zur gleichen Zeit im nördlichen Europa.
Die Osteopathie hat einen reichen erfahrungsmedizinischen Hintergrund. Die wissenschaftliche Forschung zur Abstützung der Methode ist jedoch ein relativ junges Bestreben, sie ist als Wissenschaft eine junge Disziplin. Die aktuelle Forschung und neue Erkenntnisse bewirken eine stetige Weiterentwicklung der Osteopathie.
Spezifische Anwendungsbereiche
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Von der Schwangerschaft, über die Geburt, bis hin zum Erwachsenenalter durchleben Kinder viele entscheidende Wachstums-und Entwicklungsschritte. Hierbei können sich Störungen des Bewegungsapparates entwickeln oder manifestieren.
Osteopathie bei Kindern hat das Ziel durch die manuelle Untersuchung und Behandlung die freie Beweglichkeit aller Körperstrukturen zu ertasten und (wieder)herzustellen.Häufige Indikationen für Osteopathie bei Babies sind: Saug- und Schluckprobleme, Schreibabies, Darmkoliken oder Schiefhals.
Begleitend im Kleinkind- und Jugendalter kann die Osteopathie bei Zahnfehlstellungen, Skoliose, Hüftproblemen, wie auch Tubenkatarrh, Asthma, Bronchitis oder chronischer Otitis media helfen.
Zudem können Patienten mit Lernproblemen, Verhaltensstörungen oder Autismus von einer osteopathischen Behandlung profitieren.
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Die vielen einzigartigen Elemente der weiblichen Anatomie sowie hormonellen und psychosozialen Erfahrung verdienen spezifische Beachtung im osteopathischen und allgemeinmedizinischen Herangehen an Beschwerden.
Dies beinhaltet die Behandlung im klassischen gynäkologischen Bereich wie Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaft und Wochenbett, Kinderwunsch, Harninkontinenz, Blasenentzündung oder Reizblase, aber auch eigenständig erscheinende Beschwerden wie Becken-, Rücken-, Steissbein- oder Nackenschmerzen.
Andere Anwendungsgebiete können Endometriose, Beckenvenensyndrom, Gebärmuttersenkung, Myome, Zysten oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sein.
Die osteopathische Behandlung wird durch ausführliche Beratung komplementiert und ist Teil der Konsultation. -
Funktionelle Störungen führen zu Beschwerden, die sich sehr unterschiedlich auf die Tätigkeiten verschiedener Personengruppen auswirken können. Die individuelle Bedeutung von Beschwerden hängt stark davon ab, wie der eigene Körper benutzt und beansprucht wird.
Osteopathie im Sport
Im Sport wird Osteopathie häufig im Bereich der Prävention, aber auch im Anschluss einer erfolgreichen Reha angewendet. Da die Osteopathie sich auf das funktionelle Zusammenspiel aller Körperstrukturen spezialisiert, kann es Menschen helfen mit Osteopathie ihre optimale Leistungsfähigkeit zu erreichen, oder diese wieder herzustellen.
Im Sport treten häufig Überlastungsschmerzen auf. Diese entstehen meist durch eine Fehlbelastung, insbesondere bei repititiven Bewegungsabläufen können kleinste Fehlstellungen zu veränderten Hebeln führen, und sind daher durch eine ganzheitliche Sicht auf den kompletten Körper längerfristig gut behandelbar.Zum Beispiel: Eine eingeschränkte Rotation des Beckengürtels kann beim Kraulschwimmen zu einer Fehlbelastung der Schulter führen. In der „Druckphase“ findet eine Körperrotation um die Längsachse statt, sodass die Schulter praktisch passiv aus dem Wasser gedrängt wird. Muss nun die Schulter während der Rückholphase aktiv aus dem Wasser angehoben werden, erfordert dies zusätzliche Muskelarbeit und Energie. Dies wird sich als Erstes in einer verminderten Leistung bemerkbar machen. Zudem entstehen Verspannungen, schmerzhafte Myogelosen und progressiv eine Überlastung der Schulter bis hin zum sogenannten Impingement.
Die beispielhafte Herleitung zeigt, dass eine lokale Behandlung häufig nicht ausreichend ist um das beschriebene Problem zu lösen, sondern nur eine kurzzeitige Linderung bringt. Daher ist es wichtig, dass der Osteopath die sportlichen Bewegungsabläufe umfassend begreift, deren Wechselwirkungen in den verschiedenen körperlichen Strukturen und deren Funktion kennt und dadurch einen indiviuduellen Behandlungsplan erstellen kann.
Osteopathie im Tanz
Die Einheit des Menschen offenbart sich auf direkte Weise im Tanz. Jeder Anteil des Körpers beeinflusst den Ausdruck und die Harmonie des Ganzen.
Der Körper ist im Tanz vielen verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Sowohl im athletischen als auch im künstlerischen Bereich sind oft wiederholende Bewegungen und Abläufe ursächlich für funktionelle Störungen die zu Verletzungen führen können. Zudem sind Tänzer*innen einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt, der wenig Zeit für die physische Erholung lässt.Durch die ganzheitliche Sicht auf den menschlichen Körper erarbeiten wir gezielt einen adäquaten Behandlungsplan mit Strategien zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit.
Osteopathie in der Musik
Musikerinnen und Musiker setzen ihren Körper oft langem Üben in ungünstigen ergonomischen Verhältnissen aus. Oft spüren sie nicht nur die häufig einseitige Belastung, sondern sie verkörpern und verinnerlichen auch ihr Instrument und die Musik, was dem Körper eine grosse Anpassungsfähigkeit abverlangt. Musik wird nicht nur intellektuell verarbeitet sondern auch körperlich, was zu spezifischen Spannungs- und Schmerzmustern führen kann.
Durch eine osteopathische Therapie wird versucht, mit sanftem Lösen der Verspannungen die Geschmeidigkeit der Bewegungsabläufe wieder herzustellen und so dem Körper und dem Klang neue Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Zusätzlich zu der sanften manuellen Arbeit suchen wir nach Strategien, wie Sie Ihre Gesundheit fördern können.